Porta Westfalica, 11. Januar 2012 |
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Der SPD Stadtverband Porta Westfalica veranstaltet am 20.01.2012 im Bistro "Oscars", Porta Westfalica-Hausberge, Schalksburg 2, eine Lesung zum Thema "Mobbing". Zu diesem Anlass haben wir die Autorin Sylvia Hamacher eingeladen, welche aus ihrem Buch „Tatort Schule“ vorlesen wird. Sylvia war 1 1/2 Jahre Mobbingopfer an einer Schule im Kreis Recklinghausen. Sie wurde Tag ein- Tag aus gedemütigt, beleidigt und gequält. Hilfe seitens der Schule fand Sylvia damals kaum. Nach langer Zeit hat sie, unterstützt durch ihre Familie, die Möglichkeit gehabt ihre Erlebnisse mit einem Coach zusammen zu verarbeiten und hat dadurch wieder Lebenskraft gefunden.
„Mobbing gab es doch schon immer- und das wird sich nicht ändern.“. Diese Aussage hört man immer wieder, wenn man über das Thema spricht.
Was an der Aussage nicht ganz stimmt, erzählt Lars Backhaus, Abiturient an der Gesamtschule Porta Westfalica und Stadtverbandsvortandsmitglied:„Der Unterschied zwischen dem Mobbing früherer Generationen und der heutigen Generation liegt in der Art & Weise, sowie dem zeitlichen Umfang. Früher wurde vor der Schule oder in den Pausen gemobbt. Heute wird der Prozess des Erniedrigen und Demütigen mit in den Unterricht und den privaten Bereich getragen. Hier muss eine bessere Sensibilisierung der Lehrer bereits im Studium vorgenommen werden. Wir alle müssen wieder mehr Zivilcourage zeigen und häufige eingreifen. Nur so kann das Problem effektiv gelöst werden.“.
Cybermobbing hatte bei Sylvia damals nicht solch enorme Ausmaße wie heute. Aktuelle Studien sagen aus, dass mittlerweile 36% der Schüler im Internet systematisch gemobbt werden . „In der Vergangenheit drang der Prozess des Mobbings kaum in das private Umfeld. Heutzutage ist dies anders, nicht zuletzt durch Facebook, Twitter & Co.“, fährt Backhaus fort.Gerade deshalb stellt Mobbing nicht nur in der Schule oder im Studium ein Problem dar, auch in der Berufswelt ist Mobbing verbreitet. In vielen Fällen (22,5%- Mobbing-Report) bleibt den Arbeitnehmern kein anderer Ausweg als die Kündigung. Mobbing kostet den Unternehmern und Krankenkasse jährlich einige Millionen Euros. „Es wird Zeit, dass das Thema in der Gesellschaft offen und ohne Tabus angegangen wird! Es kann nicht die Regel sein, dass das Opfer alleine dasteht, die Schule oder den Arbeitsplatz verlässt, und die Täter ungestraft davon kommen! Es muss zu einem Diskurs kommen, den auch die Politik begleiten und aufgreifen muss! Es muss eine öffentliche Debatte beginnen, in der Netzwerke geschaffen, Lösungsansätze gefunden und Opfer geschützt werden.“
In diesem Sinne freut sich der Stadtverband über eine rege Teilnahme interessierter Bürgerinnen und Bürger.
Nähere Informationen zur Autorin und zum Buch auf ihrer Homepage: Hobepage der Mobbing-Autorin Sylvia Hamacher
Termine: 20.01.2012, Öffentliche Lesung und Info-Abend zum Thema: Mobbing in Schule und Gesellschaft
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