Der SPD-Ortsverein Holzhausen befasste sich in seiner Mitgliederversammlung vom 10.05.2011 u.a. erneut mit der Situation am Klinikum:
Erst waren es die osteuropäischen Eisenbieger, die mit Löhnen unterhalb des Tariftreuegesetzes für den Bau des Mindener Klinikums mitbezahlen mussten, jetzt sind es offensichtlich die aktuellen Beschäftigten im Klinikum. Nur die für das Finanzdesaster Zuständigen, also der ehemalige Landrat, die damalige Landesregierung und die zuständige Projektleitung, sind wohl aus dem Schneider, obwohl das Klinikum fast 90 Millionen € mehr gekostet hat als ursprünglich geplant war. Und diese Summe mit Tilgung und Zinsen sollen jetzt die Mitarbeiter mit noch mehr Lohnkürzungen und extremen Arbeitsbelastungen bezahlen.
Doch das ist nicht gesetzeskonform; denn in Deutschland ist für den Krankenhaus-Baukörper das Land und der Kreis zuständig und die Krankenkassenentgelte sind nur für das tägliche Krankenhausgeschäft gedacht. Und dieses Geschäft schreibt dank des großen Einsatzes der MitarbeiterInnen schwarze Zahlen. Überbelastung aber fördert auch die Gefahr von Krankenhauskeimen und von Fehlbehandlungen für Bürger aus Holzhausen und anderswo. Dennoch stehen fast täglich Diskussionen über Teilprivatisierungen von Krankenhausarbeitsplätzen auf der Tagesordnung.
Mit Lohndumping und maximaler Arbeitsverdichtung soll hier aus den Mitteln für die Patientenversorgung das fehlende Geld für den Baukörper hereingeholt worden, das durch das Führungsdesaster während der Bauphase „verloren ging“. Dabei zeigten Live-Berichte während der Versammlung, dass offensichtlich für solche Entscheidungsprozesse im laufenden Geschäft zu wenig Transparenz und Einbindung der Kreistagsmitglieder erfolgt. Auf der Basis des aktuellen Gutachtens der Kölner Prüfungsgesellschaft BDO forderten nach umfangreicher Information und Diskussion mit Mitgliedern von Personal- und Betriebsrat sowie Kreistag die Holzhauser SPD-Mitglieder, dass das Land NRW hier in die Bresche springt und die damaligen Fehlplanungskosten übernimmt. Gegebenenfalls muss dazu ein passender Rettungsschirm geschneidert werden - und nicht nur für Griechenland!