Auf der letzten Sitzung des erweiterten Stadtverbandsvorstandes der SPD Porta Westfalica stand unter anderem das Thema G 8 an Gymnasien auf der Tagesordnung. Anlass war der zunehmende Unmut von Schülern, Eltern und Lehrern über die Umsetzung der auf 8 Jahre verkürzten Gymnasialzeit hier in NRW. Dazu eingeladen waren Herr Pieper, Schulleiter Gymnasium Porta Westfalica, Frau Dr. Hohnemann, Elternpflegschaftsvorsitzende Gymnasium Porta Westfalica, sowie Frau Inge Howe, SPD Landtagsabgeordnete.
Nach Informationen der GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) hatte die CDU/FDP Landesregierung das IQB (Institut zur Qualitätssicherung im Bildungswesen an der Humboldt- Universität zu Berlin) mit einer Studie zur Umsetzung von G8 in NRW beauftragt. Kurz zusammengefasst kommt das IQB in dieser Studie zu dem Schluss, dass die Lehrpläne - diese und entsprechende Fachbücher lagen erst mit 1 ½ jähriger Verspätung in NRW vor - für die Fächer Mathematik, Englisch, Deutsch, Französisch, Chemie, Biologie und Physik angesichts der dafür zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden zu umfangreich sind.
Aktuell bedeutet das für die Lehrer, dass der Unterricht kaum mehr Möglichkeiten bietet, Kompetenzen zu vermitteln, und für die Schüler, dass eine nicht unerhebliche Verlagerung der Stofferarbeitung in die Zeit nach der Schule erforderlich wird. Frau Dr. Hohnemann wies darauf hin, dass damit viele Schüler benachteiligt werden, deren Elternhäuser nicht in der Lage sind, die notwendige Unterstützung entweder selbst zu leisten oder über Nachhilfe einzukaufen. Ferner lasse die schulische Belastung den Schülern überhaupt keinen Raum mehr für die schwierigen Entwicklungsphasen auf dem Weg zum Erwachsenwerden.
Herr Pieper ergänzte, dass es durchaus positiv sei, sich mit der Verkürzung der Schulzeit dem europäischen Standard anzugleichen. Er verwies aber darauf, dass G8 auch bedeute, dass ein erheblicher Teil des Unterrichtes in den Nachmittag verlegt werden muss. Hier sei festzustellen, so Herr Pieper und Frau Dr. Hohnemann, dass die Schulgebäude diesem Konzept räumlich nicht gerecht werden können. Denn sie waren schließlich für die Vormittagsbeschulung errichtet worden. Die Investitionen, die hier notwendig werden, sind für viele Kommunen und besonders für Porta Westfalica kaum zu stemmen. Hier habe es die CDU/FDP- Regierung versäumt, ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen.
Es musste laut GEW ferner klar gewesen sein, dass nicht ausreichend Lehrkräfte für die Mehrbedarfe von G8 zur Verfügung stehen würden. Die Planstellen seien zwar eingerichtet, aber dieser Haushaltsposten wird nur teilweise abgerufen werden können. Soweit zu den Versprechen der Landesregierung, mehr Lehrer einzustellen. Das Gymnasium in Porta wird dadurch z.B. gezwungen, in der Oberstufe die Kurse mit bis zu 35 Schülern zu belegen.
Die sich anschließende Diskussion machte dem SPD Stadtverband Porta klar, dass hier Eltern, Schüler, Schule und Kommune als Verbündete ihren Protest gegenüber der Landesregierung formulieren müssten. So beschloss die Portaner SPD-Spitze, die Schulpflegschaft in ihrem Protest zu G8 zu unterstützen und sich ebenfalls an dem sich in NRW formierenden Begehren gegen die Umsetzung von G8 beteiligen. Unsere Landtagsabgeordnete Inge Howe wird die Ergebnisse der Diskussion mit nach Düsseldorf nehmen.
Als Fazit kann sich der SPD Stadtverband dem Text eines Plakates auf der Bildungsdemo vor Kurzem in Minden nur anschließen: „Frau Sommer, Ihre Versetzung ist gefährdet“!