Erneut hat der Landesbetrieb Straßen NRW in Bielefeld die Planungen für den Verkehrskreisel in Vennebeck durchkreuzt. Nachdem die Bielefelder Behörde zuletzt im Mai dieses Jahres wortbrüchig geworden war und ihre zur ursprünglichen Planung gegebene Zusage zurückgezogen hat, wurde jetzt auch der neue Vorschlag vom Tisch gefegt.
Stadt, Kreis und Bezirksausschuss hatten sich in einer Sitzung des Ortsgremiums vor wenigen Wochen darauf geeinigt, die Ortsdurchfahrten im Kreuzungsbereich Ellernstraße / Vlothoer Straße so zu verlegen, dass der gesamte Kreisverkehr innerhalb einer geschlossenen Ortschaft liegt (Siehe MT vom 29.05.2009). Mit dieser vernünftigen und technisch einfachen Lösung wäre auch die seit langem in Vennebeck geforderte eindeutige Geschwindigkeitsbeschränkung rund um den Verkehrsknoten möglich geworden. Gleichzeitig wäre die aber die Planungshoheit allein an den Kreis gefallen, und das scheint der Landesbehörde auch wieder nicht zu gefallen, obwohl es zuvor von dort Signale in diese Richtung gegeben hat. Man will dort scheinbar mit allen Mitteln beweisen, wer der Stärkere ist. Der Landesbetrieb will – sogar entgegen mehrerer Fachgutachten - einen Kreisel mit überfahrbarer Mittelinsel verhindern, das mussten die Planer von Kreis und Stadt Ende Juni erfahren.
Und so war das Vorhaben am 30. Juni 2009 wieder Thema der Sitzung des Kreis-Bauausschusses, an der mit Siegfried Linder, Helmer Hinrichs und Wolfgang Lücke Vertreter des SPD-Ortsvereins Vennebeck-Costedt als Gäste teilgenommen haben. Dabei wurde schnell klar, dass Kreisbehörde und Politik trotz aller Widerstände weiter an der Verwirklichung des Kreisels arbeiten wollen.
Großer Dank gilt den Kreisplanern, die mit Hochdruck und viel Engagement innerhalb weniger Tage eine neue Alternative erarbeitet und dem Ausschuss zur Entscheidung vorgelegt haben. Demnach sollen jetzt die rund um den Kreisverkehr laufenden Radwege technisch so ausgestattet werden, dass sie von LKWs befahren werden können. So wäre der Kreisel trotz überbauter Mitteinsel auch für die Sonderfahrzeuge einer benachbarten Spedition zu bewältigen. Eine erhöhte Gefahr für Radfahrer ist nicht zu befürchten, zumal die Spezialfahrzeuge nur in Ausnahmefällen und nachts unterwegs sind. Auch für die Finanzierung der entstehenden Mehrkosten dürfte angabegemäß darstellbar sein, so dass die Fertigstellung noch bis Ende dieses Jahres erfolgen könnte.
Obwohl wegen der Kürze der Zeit noch keine detaillierte Bau- und Finanzplanung auf dem Tisch lag, hat sich der Ausschuss klar für diesen Vorschlag entschieden, was wir mit Dank anerkennen. Nach den Erfahrungen der letzten Monate warten wir aber skeptisch darauf, welcher Knüppel beim Landesbetrieb jetzt noch aus dem Sack geholt wird, um auch die neue Planung zum Scheitern zu bringen. In Bielefeld wäre man aber gut beraten, jetzt klein beizugeben. Ansonsten besteht, wie schon unterschwellig zu hören ist, seitens der betroffenen Bürgerschaft durchaus Bereitschaft, ihrem Ärger durch wirksame Aktionen Ausdruck zu verleihen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz besonders beim heimischen SPD-Kreistagsabgeordneten und Ausschussmitglied Dietrich Müller-Prasuhn, der sich im Ausschuss maßgeblich für unsere Sache eingesetzt hat.