Eine Erhebung des statistischen Landesamtes zum Erfolg von Berufskollegs als zweite Chance für Schüler ohne Abschluss zeigt für den Mühlenkreis ein nur unterdurchschnittliches Ergebnis. Der SPD-Stadtverband sieht Anlass zur Sorge, dass zu viele gescheiterte Schulabgänger dauerhaft in Hartz IV rutschen.
Die Gründe für das schlechte Abschneiden erfordern eine dringende Überprüfung durch die zuständigen Kreisbehörden. Deshalb hat der Stadtverband einstimmig den nachstehenden Antrag beschlossen:
Antrag an die SPD Kreistagsfraktion
Für das Jahr 2008 stellt das Statistische Landesamt fest, dass in OWL 1425 Schüler die allgemeinbildenden Schulen ohne Hauptschulabschluss nach Klasse 9 verlassen. Dem Kreis Minden wird in diesem Zusammenhang ein auffällig schlechtes Zeugnis für die Bildungsgänge am Berufskolleg ausgestellt.
Die vornehmste Aufgabe dieser Schulform ist die 2. Chance für gescheiterte Schulabgänger der allgemeinbildenden Schulen.
Die SPD-Kreistagsfraktion wird aufgefordert festzustellen, ob es sich hier um eine einmalige Besonderheit handelt, oder ein wiederholtes Ergebnis. Anderen Kommunen in OWL gelingt es trotz höherer Zahlen der gescheiterten Schulabgänger aus allgemeinbildenden Schulen die Quote des Scheiterns nach Besuch des Berufskollegs deutlich geringer zu halten; sie sind also weit besser in der Lage, ihrem Auftrag gerecht zu werden. Der Kreis ist nicht nur Träger der berufsbildenden Schule, sondern muss auch die Kosten aufbringen, wenn diese gescheiterten Schüler nicht für ihren Lebensunterhalt aufkommen können. Es muss also ureigenes Interesse sein, hier aktiv zu werden.