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Es war ein für mich aufrüttelndes Erlebnis, das mich 1989 zu dem Entschluss brachte, mich politisch zu engagieren. Die Entscheidung, das als Mitglied er SPD zu tun, fiel mir leicht, hatte sie doch für mich eine Reihe guter Gründe.
Eines Abends war ich nach Feierabend auf dem Heimweg mit der Bahn. In Bielefeld stieg eine betagte Dame zu, die - wie sich dann herausstellte - in einem Bielefelder Seniorenheim lebte und auf dem Weg nach Bad Salzuflen war, um ihre Tochter zu besuchen. Sie wusste zwar, dass sie dazu umsteigen musste, war aber sehr unsicher, wo und wie es für sie weiterging. Sie bat den Zugbegleiter um Hilfe, der ihr dann auch in Herford sehr verständnisvoll erklärte, von welchem Bahnsteig aus und mit welchem Zug sie weiterfahren musste. Das kostete eine kurze Zeit, ehe unser Zug wieder abfahren konnte. Aber selbst diese kurze Zeit war drei mitreisenden Männern mittleren Alters, ordentlich gekleidet, schon zu lange. Ihre unflätigen Kommentare zu der Situation gipfelten schließlich in Sätzen wie: "Was muss die Alte noch durch die Gegend fahren und hier den Verkehr aufhalten" - "Sowas hätte man früher weggesperrt" - "Gibt es da im Heim kein Rattengift". Damals war ich wohl zu perplex, um die 3 "Herren" zur Rede zu stellen - was mich noch heute ärgert. Noch am selben Abend habe ich dann aber entschlossen, mich politisch zu engagieren und als Mitglied einer Partei einen Beitrag gegen die Verbreitung solchen Gedankengutes zu leisten.
Warum nun ausgerechnet die SPD? Für mich eine leichte und gute Entscheidung, steht doch die SPD in ihrer langen Geschichte traditionell gegen "Rechts". Die SPD und ihre Mitglieder zählten z.B. zu den wenigen, die sich in den 1930ern den Nazis widersetzt haben. Sie stand und steht für Werte, die mit bis heute uneingeschränkt wichtig sind: die Würde des Menschen, Freiheit des Einzelnen und soziale Gerechtigkeit. Auch standen mir SPD-Persönlichkeiten wie Willy Brandt und Helmut Schmidt schon immer näher als z.B. Konrad Adenauer oder Franz-Josef Strauss, von der heutigen neo-liberalen, marktradikalen und Klientel-hörigen Führungsriege besonders der FDP mal ganz abgesehen.
Nun mag mancher sagen: ja, SPD - eigentlich in Ordnung, aber so manches gefällt mir an denen nicht. Das geht mir nicht anders. Wenn man aber Dinge ändern will, die einem nicht gefallen, muss man schon mitmachen - von außen gelingt das nicht. Und als engagiertes SPD-Mitglied kann man etwas ändern, im Kleinen auf kommunaler Ebene bis hin zu bundespolitischen Entscheidungen. Das habe ich selbst so erlebt. Sicher kann man nicht alles ändern, was man sich vorstellt, wenn es z.B. andere Mehrheiten gibt, die es zu akzeptieren und respektieren gilt - auch das ist Wesen einer Demokratie. Und eine Partei, die einem rundum zusagt, gibt nun Mal nicht - da müsste jeder seine eigene gründen.
Es gibt einen weiteren wichtigen Grund für ehrenamtliches (nicht nur politisches) Engagement: Die Festigung unserer demokratischen Ordnung. Die Geschichte zeigt bis heute, dass totalitäre und diktatorische Staatssysteme keine Ehrenamt dulden. Solche Systeme halten um ihrer Existenz Willen alle gesellschaftlichen Belange unter ihrer Kontrolle. Im Umkehrschluss: Solange es breites ehrenamtliches Engagement durch alle gesellschaftlichen Institutionen gibt, haben totalitäre Staatsformen und Diktatoren keine Chance.
Machen Sie also mit, am Besten bei uns - bei der SPD!
JUSO-AG Minden-Lübbecke SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands
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